Usinger Anzeiger 5.9.2018: Ungeklärte Fragen zur Wasserversorgung

Unabhängige Bürger fragen nach Details zur Wasserversorgung in Grävenwiesbach

Auch wenn Grävenwiesbachs Bürgermeister Roland Seel (CDU) in der jüngsten Gemeindevertretersitzung über Ursache und Folgen des Wassernotstands berichtete, sind bei der Wählergruppe der Unabhängigen Bürger viele Fragen offengeblieben.

Nähere Angaben zum Wasserleitungsnetz verlangen die Unabhängigen Bürger (UB) nach der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung (der UA berichtete). In der Sitzung war Bürgermeister Seel noch einmal auf den Trinkwassernotstand in Grävenwiesbach eingegangen und hatte von Wasserrohrbrüchen, Ersatzpumpen, deren Anschlüsse umgebaut werden müssten, und fehlenden Notstromaggregaten berichtet. „Die Nachfragen nach den Sicherheitssystemen des Wasserversorgungsnetzes konnte Bürgermeister Seel in einer E-Mail, die den Gemeindevertretern am darauf folgenden Tag zuging, nur teilweise ausräumen“, so der UB-Vorsitzende Frank Ott gestern gegenüber dem UA. Die fehlende Meldung bei dem aktuellen Störfall sei wohl damit zu erklären, dass der Überspannungsschaden auch diese Meldekomponente mit beschädigte und eine Fehlermeldung nicht mehr generiert werden konnte. Dies werde noch detailliert überprüft, habe Seel geschrieben.

Die Unabhängigen Bürger hatten bereits in der Sitzung der Gemeindevertreter erklärt, dass die Ausführungen des Bürgermeisters das Vertrauen in die Sicherheit der Wasserversorgung nicht gerade gestärkt hätten. Da es sich bei Wasser um unser wichtigstes Lebensmittel handelt, müsse es das oberste Ziel der Gemeinde sein, in diesem Bereich nicht nur eine bestmögliche Qualität, sondern auch für höchstmögliche Versorgungssicherheit zu sorgen. Die Bürger hätten schließlich über die Abschreibungen für ein sicheres und zuverlässiges Wasserversorgungsnetz bezahlt.

Da der Wassernotstand seitens der Gemeinde Grävenwiesbach noch nicht aufgehoben wurde, werde man hier erst nach Vorlage aller Erkenntnisse abwägen können, welche Maßnahmen man hieraus ableiten müsse. Den UB gehe es zunächst darum, sich anhand von Daten und Kennzahlen aus dem Rechnungswesen einen ersten Eindruck vom aktuellen Zustand des Wasserversorgungsnetzes zu verschaffen. So fragt die Wählergruppe unter anderem nach den Anschaffungsjahren der einzelnen Anlagegüter. Wie alt ist unser Wasserversorgungsnetz? Natürlich wird dabei auch gleich nach den Nutzungsdauern, die eine Berechnungsgrundlage für die Abschreibungen darstellt, gefragt. Wie lange sind einzelne Komponenten unserer Wasserversorgung zu nutzen? Aber auch der Abnutzungsgrad des Wasserversorgungsnetzes sollte von der Gemeinde aufgeführt werden. „Anhand dieser Zahlen und Daten lässt sich ein erster Eindruck über das Alter und den Zustand der Komponenten des Wasserversorgungsnetzes gewinnen“, erklären die UB. Sie fragen auch, welche Beträge aus den Abschreibungen, die bereits von den Bürgern bezahlt wurden und nun gegebenenfalls für Erneuerungen zur Verfügung stehen sollten.

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